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Nigeria ist das siebt-bevölkerungsreichste Land und der achtgrößte Ölexporteur der Welt und die größte Wirtschaftsnation des afrikanischen Kontinents. Nigeria wird seit vielen Jahren durch einen langanhaltenden Terrorkampf und einen harten Wahlkampf gelähmt. Der gesunkene Erdölpreis tut ein übriges, dass Nigeria seine Potentiale nicht voll entfalten kann.

Was ist notwendig, damit nach den Wahlen Nigeria wieder nach vorne schaut und seine hohen Wachstumsraten halten kann.

  1. Nigeria benötigt Frieden, einen nachhaltigen Frieden im Norden. Dazu ist es erforderlich, dass die Regierung nicht nur militärisch gegen Boko Haram erfolgreich ist. Das Land bedarf einer Wirtschafts- und Sozialagenda für den Norden, damit der weitgehend armen Bevölkerung wieder eine Perspektive gewiesen werden kann. Mittel müssen hier vor allem in den Bildungsbereich, die Infrastrukturentwicklung und die Förderung von Klein- und Mittelunternehmen sowie der Landwirtschaft fließen.
  2. Nigeria hat ein sehr hohes Bevölkerungswachstum mit einer steigenden Zahl von Arbeitslosen, vor allem auch jugendlichen Arbeitslosen. Das Wachstum der Zukunft muss mehr inklusives Wachstum sein, d.h. Nigeria muss seine Wirtschaft deutlich diversifizieren und modernisieren und so die Abhängigkeit von Öl und Gas reduzieren. Die bislang verfolgten Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus, um in Nigeria nachhaltig Wachstum zu sichern. Erforderlich sind vor allem Investitionen in das Stromnetz, den Straßenbau, die Wasserversorgung und die Förderung von Industrieclusters, damit außer den ausländischen Unternehmern auch viel mehr nigerianische Unternehmer bereit sind zu investieren.
  3. Die Institutionen müssen weitaus strenger reformiert werden als das bisher der Fall war. Dazu gehört nicht nur die Beseitigung der horrenden Korruption, die unter Präsident Jonathan erheblich zugenommen hat. Notwendig ist auch eine Verbesserung des Business-Klimas.
  4. Im Vergleich der internationalen Wirtschaftsindikatoren schneidet Nigeria zumeist recht schlecht ab. Will Nigeria seine Potentiale voll entfalten und seine Leistungsfähigkeit weiter steigern, bedarf es tiefgreifender Strukturreformen. Die Bedingungen dafür sind nicht schlecht, denn eine wachsende Mittelschicht hat ein großes Interesse an der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Dies würde letztendlich auch den Armen dienen, die gegenwärtig 70% der Bevölkerung ausmachen.
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