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Der Len(t)z am Stutti

Helmut Reisen

 

Im Lenz der langen Jahre geht der ´Greis´

schon früh, dann mittags, abends in den Lentz.

Gebildet meist, egal die Provinienz,

am Stutti, tutti frutti, bei den Preiss´.

 

Um Neun geht´s los, dem Boomer nicht zu spät,

´ne Zeitung sichern erster früher Sport,

vom Springer find´st Du nix an diesem Ort,

die Späten äugen auf ihr Wischgerät.

 

Mehr weib- als männlich ist das Personal,

am Knackpo wippt der Geldsack wie´n Colt.

Ein Hörnchen, Brötchen, Muesli, Kaffeegold,

´n Kaffee noch! Ist nicht das letzte Mal.

 

Vom Brunch zum Lunch geht´s ohne Übergang.

Der Tag wird heller, und die Sonne steigt.

Auch draußen werden sich die Alten zeigen,

die neuen Fässer rollen die Terrasse lang.

 

Der Mittagstisch gekreidet auf die schwarze Tafel;

zum Glück bleibt´s günstig, hier isst Du eklektisch.

Der Gast wird nicht geprellt und selten hektisch,

ihn stört auch kaum das Tischnachbargeschwafel.

 

Das Bier ist trunken von den alten Hasen.

Das Kölsch, es gibt´s! Jedoch zu kalt gezapft.

Kein Trunkenbold bleibt lange unterhopft.

Ganz hinten leert man altersschwache Blasen.

 

Den ersten Abendhunger stillen die Buletten,

die vollen Tische fördern den Kontakt.

Die Kneipe ist auch abends dichtgepackt.

Gesellig, laut, lang vor den Daunenbetten.

 

Und draußen regen schlanke Junggazellen

– ein Dutzend Blicke kleben gierig dran –

der Männer Fantasie noch einmal an.

Was bleibt? Ein neues frisches Glas bestellen…

 

Zu oft vermiss´ ich diesen trauten Kreis,

in Frankreich bau ich diesen Reim.

Zerrissen such´ und finde ich mein Heim

am Stutti, tutti frutti, bei den Preiss´.

 

 

Als pdf Datei: Im Lenz der langen Jahre geht der Greis1

 

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