Wenn ein Popstar mit einem Schmählied über den IWF in der Hitparade landet, ist klar: Sehr beliebt ist die UNO-Organisation in Schwarzafrika nicht. Für viele kriselnde Staaten ist der Währungsfonds jetzt aber die letzte Rettung – ausgerechnet.

«Du bringst Leid, du bringst Schmerz, du bringst Leiden über meine Leute», singt der afrikanische Popstar Fela Kuti. Mit seinem Schmählied auf den Internationalen Währungsfonds (IWF) schaffte es der Nigerianer vor zwei Jahren sogar in die Charts. Und das lag nicht nur an den eingängigen Beats, sondern auch an der weitverbreiteten Ablehnung des Währungsfonds, der Kredite nur unter strengen Auflagen vergibt. Fela Kuti sang vielen Afrikanern aus dem Herzen.

Dass trotzdem immer mehr Länder Schwarzafrikas den Währungsfonds um Kredite angehen, zeigt, wie gross die Verzweiflung ist. Viele dieser Länder drohen unter ihrer Schuldenlast schon wieder zusammenzubrechen. Obwohl einigen von ihnen, wie Ghana, Mozambique, Sambia oder Ruanda, die Schulden erst vor zehn Jahren erlassen worden sind.

Derart hochverschuldet bekommen sie am Kapitalmarkt kein Geld mehr. Und wer keine guten Beziehungen zu chinesischen Investoren hat, dem bleibt dann nur noch der Gang zum IWF. Afrika-Experte Robert Kappel vom Hamburger Giga-Institut für Regionalstudien sagt dazu: «Wenn ein Land wie Angola wieder in die Schuldenfalle geraten sollte, ist am Ende des Tages der IWF der letzte Geldgeber – und er wird massiv intervenieren.»

Den gesamten Bericht des SRF 8.6.2016

http://www.srf.ch/news/wirtschaft/afrikas-schwerer-gang-zum-internationalen-waehrungsfonds?utm_content=buffer3fbf0&utm_medium=social&utm_source=twitter.com&utm_campaign=buffer

 

Advertisements