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Ansatzpunkte einer nationalen Beschäftigungsstrategie für Tunesien

Hans-Heinrich Bass, Robert Kappel, Karl Wohlmuth

download der Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung hier:

http://www.fes.de/cgi-bin/gbv.cgi?id=12921&ty=pdf

Wirtschaftliche Probleme und soziale Ungerechtigkeiten lösten im Jahr 2011 die Revolution in Tunesien aus. Seither hat sich viel in Tunesien getan; die demokratische Entwicklung des Landes wird international gelobt. Doch wirtschaftliche Reformen wurden bislang kaum unternommen. Insbesondere junge Tunesier_innen und Bewohner_ innen des Landesinneren warten noch immer auf eine wirtschaftliche und soziale »Dividende« der Revolution. Ohne neue Impulse in der Beschäftigungspolitik gerät der politische Prozess in Tunesien in Gefahr.

Die beste Form, um langfristige soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Stabilität zu erreichen, ist durch gute, würdige und fair entlohnte Arbeit. In Tunesien herrscht jedoch schon seit langem Unterbeschäftigung und der Anteil prekärer Jobs nimmt rasch zu. Viele Hochschul- und Berufsschulabsolvent_innen finden keine adäquaten Jobs, wohingegen viele andere im stetig wachsenden informellen Sektor tätig sind.

Aus diesem Grund braucht Tunesien dringend eine neue Industriepolitik und eine umfassende Beschäftigungsstrategie. Auswege aus der Beschäftigungskrise Tunesiens sind möglich. Eine effektive Beschäftigungspolitik setzt jedoch die Stärkung des Unternehmenssektors voraus, insbesondere durch die Förderung kleinerer und mittlerer Unternehmen. Darüber hinaus sind neue Formen der Integration der tunesischen Wirtschaft in regionale und globale Wertschöpfungsketten durchzusetzen. Nur durch eine breit angelegte Reindustrialisierung können die nötigen Jobs geschaffen und nachhaltig gesichert werden.

Über die Autoren

Dr. Hans H. Bass ist Professor für Internationale Wirtschaft in Bremen (City University) und leitet dort das Institute for Transport and Development. Er war Gastprofessor u.a. in China, Japan, Nigeria und Russland und hat NGOs und internationale Organisationen zu entwicklungsökonomischen Fragen beraten. Bass arbeitet in der Research Group on African Development Perspectives und ist zudem Mitglied des bundesweiten Auswahlausschusses der Studienförderung der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Robert Kappel ist emeritierter Professor, President Emeritus und Senior Research Fellow am GIGA German Institute of Global and Area Studies in Hamburg. Er lehrte an den Universitäten Bremen, Leipzig und Hamburg und war von 2004 bis 2011 Präsident des GIGA. In Leipzig gründete und leitetet er den Masterstudiengang small Enterprise promotion and training (sept). Schwerpunkte seiner Forschung sind »Wirtschaft in Afrika«, »Klein- und Mittelunternehmen« sowie “Globale Machtverschiebungen”.

Karl Wohlmuth ist emeritierter Professor für den “Vergleich ökonomischer Systeme” an der Universität Bremen. Seine beiden zentralen Forschungsgebiete sind »Ökonomische Systeme im Wandel der Weltwirtschaft« und “Afrikanische Entwicklungsperspektiven”. Er ist wissenschaftlicher Leiter der Research Group on African Development Perspectives an der Universität Bremen, die seit 1989 das African Development Perspectives Yearbook herausgibt.

 

 

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