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Walter Folle im März 2017

 

nach der welten ende

Walter Folle

 

zuerst verspeisen aasfresser das fleisch

dann formen schnecken, krebse und würmer

die fettreichen skelette zu maisch

die zeit für schwefelliebhaber bleibt ärmer

 

kadaver bilden fruchtbare oasen

larven speisen sich aus grauem dottersack

zwischen kern und oberflächenmetastasen

lockt ein jahrhundertfestmahl schlag auf schlag

 

dann wachsen ständig neue arten

von irdnen grobianern ungeschunden

sogar blitzblanke neue ökogarten

auf der unterwelten unbekannten grunden

 

gebähren winzig wirbellose wesen

von schorfen und korallenschutt befreit

und aquascheue würmer lernen lesen

und planen ein lebenslänglich schon zu zweit

 

im innern der korallenbecken

saugen pumpen was nun aufgetischt

lichtfallen ködern leben aus verstecken

das vom schöpfungsakt nun aufgefrischt

 

was nachts aus riffen ausschwärmt und vondannen

streckt seine fühler aus an land

landet ausgehungert vor tyrannen

und trägt den dolch schon im gewand

 

Walter Folle ist Schriftsteller und Poet, schafft Skulpturen und lebt in Bremen. Als gelernter Tischler nutzt er seinen Beruf für die Kunst. Aus alten Werkzeugen und Geräten in seiner Werkstatt werden Skulpturen. Der gebürtige Dortmunder lebt seit 40 Jahren in Bremen und dichtet bereits seit seinem 18. Lebensjahr. Walter Folle hat auch schon ein Kochbuch geschrieben und die Rezepte mit Gedichten verfeinert.

Mehr Gedichte von Walter Folle:

Erhellung: https://graensengrenzen.wordpress.com/2015/04/27/160/

noch viel mehr: http://www.museumsart.de/kolumnen.php

https://wordpress.com/post/graensengrenzen.wordpress.com/1683

 

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