G20 und Afrika: “Ich erwarte vom Westen keine Hilfe”

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Die Pläne der G20 könnten Afrika zu dringend nötigen Investitionen verhelfen, sagt Ökonom Robert Kappel. Doch den Armen und der Landbevölkerung bringen sie wohl nichts.

G20 und Afrika: Eine Frau im Abendlicht vor dem Flughafen von Abidjan, der ehemaligen Hauptstadt der Elfenbeinküste (Archiv). Das Land gehört zu den fünf ersten Partnerländern des Compact With Africa der G20.
Eine Frau im Abendlicht vor dem Flughafen von Abidjan, der ehemaligen Hauptstadt der Elfenbeinküste (Archiv). Das Land gehört zu den fünf ersten Partnerländern des Compact With Africa der G20. © Joe Penney/Reuters

ZEIT ONLINE: Herr Kappel, die G20 wollen die afrikanischen Länder in der Armutsbekämpfung unterstützen. Ein zentrales Instrument dafür ist der Compact with Africa – ein Plan, der ausgerechnet den ärmsten Ländern nichts bringe, sagen Sie. Was genau funktioniert da nicht?

Robert Kappel: Der Compact with Afrika (CWA) konzentriert sich auf große Infrastrukturprojekte in wirtschaftlich schon relativ entwickelten Ländern. Er will zum Beispiel eine Schnellstraße zwischen Nairobi und Mombasa finanzieren, oder Staudämme im südlichen Afrika. Er will die urbanen Zentren vernetzen und besser durch Verkehrswege, Elektrizität, Trinkwasser, Häfen und Flughäfen erschließen. Dahinter steckt die Idee, dass in den Städten am ehesten Wirtschaftswachstum entsteht. Prinzipiell ist das auch gut, es gibt da unglaubliche Defizite. Aber Armut ist in Afrika ländlich.

ZEIT ONLINE: Das bedeutet, innerhalb Afrikas vergisst der CWA die armen Länder, die Fortschritte besonders nötig hätten – und in den Ländern, die er nicht vergisst, ignoriert er die armen ländlichen Regionen?

Kappel: Das kann man so sagen.

Vollständiges Interview: http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-07/g20-plaene-afrika-robert-kappel-interview