Die Pforte – Gedicht (Robert Kappel)

Tags

, ,

Die Pforte

Im Nebel am frühen Morgen

Steinschwer

Getränkt von der Stille der Nacht

Rabengrau verschwören sich die Töne im Gehörgang

Warten – warten auf den Glockenklang.

 

Noch ist es Morgen

Der Erdduft am Fahnenmast

Schlieren-verkümmert

Ein Fahrzeug zischt vorbei

Der Blitz aus dem Steinwall.

 

Das Licht schimmert vom blanken Belag

Ein poröser Schwall

Baumkrusten im Hinterhalt

Unkendes Geraschel

Herdentriebe der schwarzen Vögel.

 

Pforte eingeklemmt im Zaun

Lücken Öffnungen

Halbe Lücken doppelte Lücken

Verkleinerte Lücken

Kaum eine Lücke

 

Der Torjäger entdeckt die Lücke

Nimmt Fahrt auf

Trifft ins Dreieck

Tormann liegt am Boden

Abklatschen mit dem Nebenmann.

 

Manch ein Schuss geht nach hinten los

Weite Lücke im Getriebe

Tormann auf der Hut

Ungenau im Abschluss

Wegweisend nur im Traningscenter

Immer wieder die Lücke suchend.

 

Die Pforte hat Platz

Öffnet sich für Licht und Luft

Atmet im Gesang des Mittags

Kann warten

Strahlend offen für die Lücke.

 

Keine Lücke

Kleine Lücke

Pfortenlücke

Sieb

Das weite Feld.

 

Der Ton verzweifelt

Auf der Suche des Pfortensounds

Manchmal rackert sich der Wind

Muss gegenhalten

Findet die Lücke und atmet durch.

 

Musik

Laute

Getöse

Peitschorkan

Schweigenerschweigen.

 

Am Horizont

Verkleistert sich der Sonnenstrahl

Mit dem Arm

Schreitet voran

Die Pforte öffnet sich.

 

https://graensengrenzen.wordpress.com/2019/11/26/die-pforte-waabs-fotos/